Von Anfang an hatten wir guten Wind und legten 150 bis 170 Meilen am Tag zurück, was in der Seefahrt als Etmal bezeichnet wird. Durch das starke Schlagen der Wellen gegen den Rumpf konnte ich erst schlafen, wenn ich hundemüde war. Nach den vier Monaten in französich Polynesien sind wir lange Überfahrten nicht mehr gewohnt.
Gestern haben wir zu allem Überfluss noch eine auf den Deckel bekommen. Das Wetterleuchten ist bereits in der Nacht zu sehen. Am Vormittag bildet sich eine dichte Wand. Der Wind legt rasch zu, es schüttet, blitzt und donnert. Bald ist es rundherum grau in grau. Regen fegt waagrecht über die schäumenden Wellen. Der Windmesser zeigt vierzig Knoten und mehr. Optisch bin ich von dem Szenario begeistert, wäre eine perfekt Kulisse für einen harten Seefahrerfilm. Wir überlegen, wie wir am schnellsten aus dieser Front rauskommen. Gottlob haben wir rechtzeitig den Parasailor geborgen und nur die Genua ein kleines Stück gesetzt. Nach unserem anfänglichen Versuch, nach Norden auszuweichen, setzen wir dann die Fahrt mit westlichem Kurs fort. Schlauen Büchern zu Folge ziehen diese Gewitterfronten im rechten Winkel zur vorherrschenden Windrichtung, was bei Ostwind bedeutet von Süden nach Norden. Aufmerksam halten wir Ausschau nach einem Lichtblick in diesem Unwetter und freuen uns wie die Schneekönige über das erste Blau am Himmel.
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