Auf den Tuamotus gehen die Uhren noch etwas langsamer. Seit fast einer Woche sind wir im Atoll von Fakarava. Am Morgen des 14. Juli bewegt sich die Dorfbevölkerung in einem Umzug mit Sängern, Musikanten und zwei Auslegerkanus mit blumengeschmückten Mädchen, getragen von stämmigen jungen Männern, zum Gemeindeamt. Unter den Klängen der französichen Hymne werden die Fahne der Tuamotus, die französiche Fahne und die rot-weiß-rote von französisch Polynesien gehisst. Geschmückt mit einem duftenden Lei ziehen wir anschließend mit der singenden Schar zum Festplatz am Hafen. Alle sind eingeladen, sich am Buffet zu bedienen. Liebevoll sind Kuchen, marinierte Palmenherzen, zarte Austernmuskeln, Anananas und Melonenstücke auf Palmblättern angerichtet. Mit beiden Händen wird zugegriffen. Solche Leckerbissen gibt es nicht jeden Tag.
Bis zum Abend ist für abwechslungsreiche Unterhaltung gesorgt. Die Musiker lassen in irrem Tempo ihre Finger über Ukulele und Gitarre gleiten und singen dazu unermüdlich die schönsten Südseemelodien. Die Kinder haben ihren Spaß beim Sackhüpfen und Seilziehen, zeigen bei einer Tanzaufführung, dass auch sie schon den Hüftschwung beherrschen und fertigen aus Palmblättern mit Fleiß und Geschick hübsche Körbe an. Bei der Koprapräsentation werden treffsicher Kokosnüsse aufgehackt, das Fleisch herausgeschnitten oder geraspelt, wobei der Schweiß in Strömen fließt, und zum Kosten an die Zuschauer verteilt. Eine junge Südseeschönheit führt anmutige Tänze vor und ein muskulöser Jüngling begeistert die Gäste mit seinen feurigen Darbietungen.
Zusammen mit anderen Seglern fühlen wir uns inmitten der einheimischen Bevölkerung recht wohl und sind froh, diesen Feiertag in familiärer Atmosphäre erleben zu können. Kurz vor Sonnenuntergang werden die Fahnen wieder eingeholt. Nur noch eine kleine Gruppe findet sich dazu ein. Die Menge hat sich bereits zurückgezogen und feiert daheim fröhlich weiter.
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