In Tagesetappen von 30 bis 70 Seemeilen ziehen wir gegen Norden und hoffen, langsam wieder in wärmere Gegenden zu kommen. Offiziell haben wir am Mittwoch bei Cape Capricorn mit dem 23. Breitengrad den südlichen Wendekreis überschritten und sollten damit zurück in den Tropen sein. Vom alten Leuchtturm am Kap haben wir einen wunderschönen Ausblick über die Küste von Queensland mit ihren zahlreichen Inseln. Weniger begeistert sind wir von den schwarzbraunen Käfern, die angeflogen kommen und sich auf Felix einnisten wollen. Wenn das nur keine Kakerlaken sind! Aber können die eigentlich fliegen?

Gründlich durchsuchen wir jede Ritze im Cockpit, um alle diese Biester loszuwerden und lichten den Anker.
Great Keppel Island erwartet uns am Nachmittag mit weitem Sandstrand, dicht bewaldetem Hinterland und leider wieder diesem milchig-grünem Wasser, wie auf allen Ankerplätzen zu nahe am Festland. Ein steiniger Weg führt zum Resort im Westen, das seinen Gästen angeblich jeden Komfort bietet. Unser Handbuch von 1998 ist wohl nicht mehr auf dem neuesten Stand. Vor vier Jahren wurde die Anlage verkauft, erfahren wir. Da der neue Besitzer für seine geplanten Umbauten keine Genehmigung erhält, ist das Resort geschlossen und macht einen eher traurigen Eindruck. In der nahegelegenen Bar kommen wir aber doch noch zu einem kräftigen Burger mit Pommes, den uns farbenprächtige Papageis stibitzen wollen.
Mit Booten aus Brasilien, Südafrika, Kanada und Australien liegen wir seit zwei Tagen in der reizvollen Pearl Bay und warten auf günstigen Wind und Sonnenschein für die nächsten 50 Meilen. Die Seglergemeinschaft aus vier Kontinenten versammelt sich am Sonntag zum Sundowner am Strand. Bei mitgebrachten Snacks und Getränken wird am Lagerfeuer fröhlich geplaudert. Egal woher wir auch kommen, hier auf See haben wir alle die gleichen Bedingungen und Interessen.


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