Steile Wellen bauen sich auf zwischen den Knysna Heads und verlangen bei der Ausfahrt wieder volle Konzentration. Wir haben den Zeitpunkt gut gewählt. Bei auslaufender Strömung werden wir nur mäßig durchgerüttelt. Am offenen Meer begrüßen uns lässig treibende Robben, die flink vor unserem Rumpf abtauchen, um gleich darauf wieder munter ihren Kopf aus dem Wasser zu strecken.

 

Bei angenehmem Spinnaker-Wind segeln wir in einen malerischen Sundown, übernehmen wie gewohnt unsere 3-Stunden-Wache, bis schon recht zeitig der nächste Morgen graut. Am 34. Breitengrad sind die Tage jetzt im Sommer deutlich länger als in den Tropen. Um 18 Uhr erreichen wir Kap Agulhas, den südlichsten Punkt Afrikas. Im Abendlicht liegt die Küste mit dem rot-weiß geringelten Leuchtturm vor uns. Wir spendieren Neptun ein Stamperl Rum. Er hat uns gut über den Indischen Ozean geleitet. Jetzt kehren wir auf 34°53´Süd und 20°00´Ost wieder in den Atlantik zurück, den wir vor sieben Jahren durch den Panamakanal verlassen haben.

Ruhig segeln wir durch die Nacht. Am Vormittag wollen wir in Simonstown, einem Städtchen im Westen der großen False Bay, ankommen. Wir sind jedoch langsamer als geplant und werden unser Ziel nicht vor dem Nachmittag erreichen. Der Wetterbericht kündigt starken Wind ab Mittag an, darum beschließen wir, vorerst an der Ostseite der Bucht vor dem Örtchen Hangklip in der Pringle Bay zu ankern. Der Atlantik empfängt uns mit einem Temperatursturz. Die Luft kühlt ab von 25 auf 15 Grad und die Wasssertemperatur fällt gar von 29 auf unglaubliche 12 Grad. Eine warme Haube, Socken und winddichte Segelkleidung sind der momentane Dresscode.

Felix und Pakia tea liegen in relativ stillem Wasser vor Anker. Böen bis 40 Knoten machen eine Dingifahrt unmöglich. Wir lassen von Bord aus bei strahlendem Sonnenschein die Felsgipfel und die Gischt vor dem weißen Sandstrand auf uns wirken. Die Kulisse zeigt sich mit ihrer rauhen Schönheit einer Kapumrundung absolut würdig.

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