Fast können wir uns nicht losreißen von South Percy Island. Eine Insel wie aus dem Bilderbuch für uns allein! Der goldgelbe Strand im Norden dekoriert mit schwarzem Gestein, das Inselinnere grasbewachsen mit wenigen Kiefern und Büschen, dazwischen windet sich ein ausgetrockneter Flusslauf durch rote Erde zum Meer. Ausgerüstet mit festem Schuhwerk spazieren wir über die Hügel zum felsigen Südufer, weil wir trotz der Idylle immer an die giftigen Schlangen Australiens denken müssen. Gerne würden wir länger bleiben, doch sagt der Wetterbericht ab Sonntag Wind aus SSE bis dreißig Knoten voraus. Unsere weite Bucht ist gut abgedeckt, Strömungen und Gezeitenunterschiede bis fünf Meter verursachen jedoch gewaltigen Schwell. Es ist Mittwoch. Wir segeln weiter, um bis zum Wochenende in den vielgepriesenen Whitsundays einen geschützten Ankerplatz zu erreichen.

Middle Percy Island ist die einzige bewohnte Insel der Percy Gruppe. Die West Bay erinnert mit ihren Kokospalmen, dem blendend weißen Sand und nur leicht grünlichem Wasser an die Südsee. Eine große Hütte mit spitzem Giebel in der Mitte der Bucht ist bis zum letzten Winkel geschmückt mit Souvenirs vorbeiziehender Yachten. Ein großer Grill, Tisch und Bank und allerlei nützliche Geräte laden zu geselligem Beisammensein ein. Im Gedenken an Andrew Martin, der bis 2008 viele Jahre auf der Insel gelebt und diese Einrichtung gegründet hat, ist jeder Segler aufgefordert, sein Schärflein zur Erhaltung beizutragen.
Unser Wandertrieb führt uns auf einem gut erhaltenen Weg durch Eukalyptuswald und blühende Büsche zu einer Anhöhe mit wunderbarem Ausblick. Nur noch 1 1/2 Meilen sind es zum "Homestead" verspricht eine Tafel, dem alten Wohnhaus, von dem ich gelesen habe. Ein Rascheln lässt uns aufhorchen. "Da, bleib stehn! Känguruhs!" Aus großen Augen mustern sie uns mit skeptischem Blick. Lois ist ganz aufgeregt und versucht schnell, das richtige Objektiv auf seine Kamera zu schrauben. Ich traue mich kaum zu bewegen und beobachte fasziniert diese fremdartigen Tiere, die wir endlich zum ersten mal zu Gesicht bekommen. Ein unvorsichtiges Klicken...und zwei von ihnen hoppeln davon. Doch das dritte ist neugierig und wartet brav, bis der Fotograf seine Bilder hat.


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